Austausch zur Zukunft der Pflege im AWO Seniorenheim Rudolstadt
In dieser Woche besuchten Janine Merz, Mitglied des Thüringer Landtags, sowie Marko Wolfram, Landrat des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt, das AWO Seniorenheim in Rudolstadt. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der AWO Rudolstadt, Hans-Heinrich Tschoepke, sowie Bereichs- und Einrichtungsleiter Tobias Zeilinger erhielten sie einen umfassenden Einblick in die Arbeit vor Ort.
Das Haus mit seinen 153 Plätzen ist das größte Pflegeheim im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und aktuell voll ausgelastet. Bei einem Rundgang – unter anderem durch Wohnbereich 4 mit 27 Bewohnerinnen und Bewohnern – standen insbesondere die Herausforderungen des demografischen Wandels und die zunehmende Alterung der Gesellschaft im Fokus.
Einrichtungsleiter Tobias Zeilinger machte dabei deutlich, wie sich die Pflegebedarfe verändert haben: „Früher sind Menschen häufig bereits mit Pflegegrad 2 in ein Pflegeheim eingezogen. Heute erfolgt der Einzug deutlich später – meist erst ab Pflegegrad 3 oder höher.“
Neben der aktuellen Versorgungssituation wurde auch die Zukunft der Pflege intensiv diskutiert. Themen wie die Berechnung der Pflegeheimkosten, der Wandel der Pflegeberufe durch Digitalisierung, der Fachkräftemangel sowie die Bedeutung von Präventionsarbeit standen im Mittelpunkt des Austauschs.
Das Seniorenheim Rudolstadt wurde dabei auch als Ausbildungsstandort hervorgehoben. Die qualitativ hochwertige Ausbildung sowie innovative Konzepte tragen dazu bei, Fachkräfte zu sichern und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig wird das Gebäude kontinuierlich an die Anforderungen des Klimawandels angepasst, mit dem Ziel, langfristig klimaneutral zu werden.
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs waren alternative Wohnformen im Alter, wie die neu eröffneten Senioren-Wohngemeinschaften der AWO Rudolstadt. Sie gelten als wichtige Ergänzung zur stationären Pflege und bieten neue Perspektiven für selbstbestimmtes Leben im Alter.
Geschäftsführer Hans-Heinrich Tschoepke ordnete die Entwicklungen ein: „Aktuell erleben wir einen Paradigmenwechsel. Tätigkeiten von Ärztinnen und Ärzten sollen zunehmend auf Pflegefachkräfte übertragen werden. Gleichzeitig sind stationäre und ambulante Versorgung noch nicht optimal aufeinander abgestimmt.“
Auch aus politischer Sicht wurde der Austausch als wertvoll bewertet. „Jede eingeführte Maßnahme sollte zu einer echten Qualitätsverbesserung führen“, betonte Janine Merz. Gemeinsam mit Landrat Marko Wolfram nahm sie zahlreiche Impulse aus dem Termin mit, die nun weiter bearbeitet werden sollen – im Sinne der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Fachkräfte.